Die Sektherstellung durchläuft 3 wesentliche Phasen: Grundweinbereitung, Flaschengärung und Degorgierung.

 

Grundweinbereitung:

Bei der Traubenernte wird im Unterschied zur Weinbereitung mit niedrigeren Zuckerwerten gelesen. Der Grundwein sollte eher niedrigere Alkoholwerte erreichen, um beim Start der Flaschengärung keine Probleme zu bereiten. Trotzdem sollten die Trauben nicht mehr grünen Charakter haben, da sich sonst unangenehme Gerbstoffe zeigen. Zu diesem Zweck erfolgt auch eine schonende  Ganztraubenpressung. Die Saftausbeute ist mit 50 bis 55% wesentlich geringer als bei der Weinbereitung. Nach der Gärung darf nur äußerst sparsam konserviert werden; der Start der Flaschengärung soll möglichst bald erfolgen.

 

Flaschengärung:

Zur Flaschengärung wird bereits die Flasche, in der der Sekt vermarktet wird verwendet.  Der Wein wird mit einer Zuckerlösung und Gärhefe versetzt und mit einem verstärkten Kronenkorken verschlossen. Es dürfen nur neue Flaschen  verwendet werden; Bei Verwendung von gebrauchten Flaschen ist das Risiko von Explosionen gegeben. In der Vergärung bauen sich Innendrücke von bis zu 7 bar auf. Die Gärung erfolgt über 2 bis 3 Monate. Bei der Herstellung von Sekt mit „geografischer Ursprungsbezeichnung (g. U.)“ ist eine Flaschenlagerung von zumindest 18 Monaten Vorgabe. Solange der Sekt auf der Hefe liegt, ist eine natürliche Konservierung gegeben.

 

Degorgierung:

In dieser Phase wird der Sekt genussfertig gemacht. In der Vorbereitung wird die Flasche am Rüttelpult in schräger Lage auf den Kopf gestellt und beim Rütteln über mehrere Wochen leicht gedreht. Dadurch wandert die Hefe in den Flaschenhals. Im Anschluss wird der Flaschenhals in einer Solelösung eingefroren. Mit der Entfernung des Kronenkorkes schießt der Hefepfropfen aus der Flasche. Danach wird mit der Dosage aufgefüllt. Das ist normalerweise Grundwein, der mit Zucker versetzt wird, um den Süßegrad einzustellen. Folgende Bezeichnungen des Süßegrades sind statthaft:

            Brut natural                0 bis 3 g/l

            Extra brut                    0 bis 6 g/l

            Brut                             0 bis 12 g/l

            Extratrocken               12 bis 17 g/l

            Trocken                       12 bis 32 g/l

            Halbtrocken                32 bis 50 g/l

            Süß                              über 50 g/l

Abschließend erfolgt die Verkorkung. Da in der Flasche ein Innendruck von zumindest 4 bar erhalten bleibt, wird der Kork mit einer Agraffe gesichert.

Nach der Degorgierung ist keine Flaschenlagerung mehr vorgesehen. Auch Jahrgangssekte werden erst kurz vor der Vermarktung degorgiert.

Lagern sie Sekt, auch Champagner keinesfalls länger. Bereits nach 1 bis 2 Jahren setzen Alterungsprozesse ein, die den Genuss des Sektes  beeinträchtigen!

 

Unser Patenschafts-Sekt 2021

Die Trauben wurden am  22. September geerntet. Dafür wurden die Trauben der Terrasse     (etwa 100 kg Traubengemisch von Traminer, Schwarzriesling, Blauburgunder und Heunisch), sowie etwa 200 kg Chardonnaytrauben und 300 kg Trauben vom Weißburgunder verwendet.

Zuckergehalt:  17° KMW

Säurewert:  8,0 g/l

Es erfolgte eine rasche Ganztraubenpressung mit einer Saftausbeute von 300 l. Nach der Vergärung im Holzfass und nach erfolgter Filtration wurde der Grundwein am 7. März zum Weingut Kästenburg geliefert, die den Sektausbau durchführt.

Der Grundwein präsentiert sich spritzig, leicht mit einer knackigen Säure und einer zarten exotischen Aromatik.

Die Sektgärung und die Hefelagerung dauern zumindest 18 Monate, sodass mit Fertigstellung des Sektes nach den Richtlinien der geografischen Ursprungsbezeichnung frühestens mit September 2023 zu rechnen ist. Wir erwarten ca. 320 Flaschen und 30 Magnumflaschen als fertigen Sekt.  Geplant ist, das Weinpaket für unsere Paten / Patinnen im Jahr 2024 mit 1 Flasche Sekt zu bestücken.