Wein ist ein biologisches Produkt, das einer Reifung unterliegt. Durch Oxydationsprozesse und  durch Veränderungen von Weininhaltsstoffen und Aromen kommt es zu Änderungen im Geschmacksbild.

Dabei haben Weine eine Lebenskurve. Nach einem Anstieg bis zum Höhepunkt folgt der Abstieg. Leichte fruchtige Weine entwickeln sich rascher. Kräftige, körperreiche Weine, sowie Prädikate haben eine längere Lebensdauer. Weinlagerung bei hohen Temperaturen, bei großen Temperaturschwankungen oder bei intensiver Lichteinwirkung bewirken eine rasche Alterung. Gereifte Weine sollten vor dem Genuss gelüftet werden; Weißweine kurz, Rotweine bis zu 2 Stunden. Dadurch werden unangenehme Aromen - speziell bei Rotweinen ausgeatmet. 

Vorrausetzung für eine lange Haltbarkeit ist eine gute Lagerung (8° bis 13°C, möglichst gleichbleibend)

 

Reifephasen

zu jung

Potential, aber noch nicht trinkreif, Winzer bestimmt, ob er diesen Wein seinen Kunden schon zumuten kann.

Empfehlung: Drängen Sie Ihren Winzer nicht zu Frühfüllungen.

 

jung

jugendlicher Wein, der sein Potential noch nicht ausschöpft; kommt jedoch den österr. Trinkgewohnheiten entgegen; wird von Primäraromen bestimmt.

Empfehlung: für Kunden, die gerne junge Weine trinken

 

Genussreif

Wein ist in seiner Entwicklung noch aufstrebend; zeigt Körper, Schmelz (je nach Sorte); für Sorte typische Aromen stehen im Vordergrund; bei einigen Sorten treten Sekundäraromen in den Vordergrund.

Empfehlung: genießen

 

Höhepunkt

Optimum der Entwicklung ist erreicht; Aromatik und Körper sind am Höhepunkt; noch keine Alterungsnoten erkenntlich.

Empfehlung: genießen, aber nicht mehr zuwarten

 

finale Genussreife

Reife - und Firntöne zeigen sich; Sortenaromatik beginnt in den Hintergrund zu treten; Firntöne werden von einem Gutteil der Kunden nicht als positiv empfunden.

Empfehlung: bald austrinken; der Einsatz als Speisenbegleiter ist oft noch interessant

 

für Liebhaber

Wein wird von Firntönen bestimmt; verlangt vom Genießer Einfühlungsvermögen und historische Kenntnisse - wie war das Umfeld und die Bedingungen zum Zeitpunkt der Produktion.

Empfehlung: Wein nicht so lange lagern, bis man ihn nicht mehr gerne trinkt.